Was geschieht mit russischen ADRs?

Wir werden oft gefragt, was mit nicht umgewandelten ADRs passiert. Die ehrliche Antwort lautet: Wir wissen es nicht. Wir wissen jedoch, dass die ADR-Programme für die meisten Emittenten ausgelaufen sind und die Depotbanken (BNY, JPMorgan, Deutsche Bank, Citibank und RCS) die den ADRs zugrunde liegenden Aktien verkaufen und den Erlös (nach Abzug der Kosten) ausschütten können.

Ein konkretes Beispiel hierfür ist die Beteiligung von JPMorgan am Übernahmeangebot der Supermarktkette Magnit (https://www.magnit.com/en/shareholders-and-investors/project/). Teil des Angebots war ein Rabatt von 50 % auf den durchschnittlichen Aktienkurs an der Moskauer Börse über einen Zeitraum von sechs Monaten. Normalerweise wäre für einen solchen Verkauf die Genehmigung der russischen Regierung erforderlich. Der derzeit vom russischen Regierungsausschuss gewährte Rabatt beträgt 60 % (https://minfin.gov.ru/ru/permission/79-81?id_57=309307-vypiska_iz_protokola_zasedaniya_podkomissii_pravitelstvennoi_komissii_po_kontrolyu_za_osushchestvleniem_inostrannykh_investitsii_v_rossiiskoi_federatsii_ot_15_oktyabrya_2024_goda__2681). Es liegen uns keine Hinweise darauf vor, dass die Depotbanken derzeit aktiv ähnliche Geschäfte anstreben oder mit dem Regierungsausschuss in Kontakt stehen, um eine Genehmigung zu beantragen. Die Depotbanken haben zudem die Möglichkeit, die Bücher zu öffnen und die Umwandlung auch nach dem formellen Ende des Depotprogramms zu erleichtern. Viele Depotbanken haben bereits im Herbst 2024 die Umwandlung für formell beendete Depotprogramme ermöglicht. Wir gehen davon aus, dass die Depotbanken die Bücher für eine Umwandlung erneut öffnen könnten, sollte sich eine entsprechende Gelegenheit ergeben. Gleichzeitig werden die Depotbanken voraussichtlich mit den Vorbereitungen für den Verkauf der den Hinterlegungsscheinen zugrunde liegenden Stammaktien beginnen, idealerweise in Transaktionen ohne die derzeit üblichen hohen Abschläge.