Dividendenzahlungen auf russische ADRs

Anfang des Jahres berichteten wir über die Gesetzesänderung, die das Verbot von Dividendenzahlungen auf russische ADRs aufhob: https://news.eahciss.org/2026/01/current-situation-regarding-payments-of.html?m=1.

Wir haben nun Bestätigungen von den russischen Depotbanken erhalten, die die den ADRs zugrunde liegenden Stammaktien halten, dass sie wieder Dividenden auf diese Aktien erhalten. Eine Depotbank wies jedoch darauf hin, dass dies davon abhängt, ob der Emittent die Gesetzesänderung bereits vollständig umgesetzt hat. Daher haben einige Emittenten ihren Zahlungsprozess möglicherweise noch nicht aktualisiert.

Depotbanken zeigen in ihren Informationsblättern lediglich die ISIN der den ADRs zugrunde liegenden Stammaktien sowie die Antragsfristen für die Auszahlung auf Ihr Bankkonto an. Anleger sollten daher zunächst die ISINs der den von ihnen gehaltenen ADRs zugrunde liegenden Aktien ermitteln, bevor sie die Antragsfristen prüfen.

Wird vor Ablauf der Frist kein individueller Antrag gestellt, werden die Dividenden auf die den ADRs zugrunde liegenden Aktien auf ein Typ-C-Konto im Namen der US-amerikanischen Depotbanken überwiesen, die die ADR-Programme verwalten. JPMorgan bestätigte kürzlich den Eingang von Dividenden auf Rosneft-ADRs auf ihrem Typ-C-Konto.

Für Anleger aus Ländern, die keine restriktiven Maßnahmen gegen die Russische Föderation ergriffen haben, könnte die Geltendmachung dieser Dividenden auf ADRs besonders interessant sein, da dies die Reinvestition der Dividenden ermöglicht.

Die russische Anwältin Irina Sibirina von www.itlektis.ru bereitet die Geltendmachung von Lukoil-Dividenden auf ADRs über die RenCapBank vor. Interessierte Anleger können sich an sie wenden. Sie befindet sich derzeit im Urlaub, ist aber Anfang September wieder erreichbar.

EAHCISS bemüht sich ebenfalls um die Einrichtung eines Musterprozesses zur Geltendmachung ausstehender Dividenden auf Rosneft-ADRs, die nicht an JPMorgan ausgezahlt wurden. Rosneft unterscheidet sich von anderen ADR-Programmen dadurch, dass Rosneft die Erlaubnis des russischen Regierungsausschusses erhielt, das ADR-Programm fortzuführen und somit weiterhin Dividendenzahlungen auf ADRs leisten durfte.